Erfahrungsbericht über das Lernprogramm gegen häusliche Gewalt

Vor einiger Zeit habe ich mich freiwillig bei einer Anlaufstelle für häusliche Gewalt gemeldet. Ich war damals verheiratet, doch unsere Beziehung lief schon länger nicht gut. Vor allem mein Verhalten gegenüber meiner Frau war häufig abwertend. Ich habe sie mit Worten verletzt und ihr das Gefühl gegeben, weniger wert zu sein. Eines Tages kam es dann zu einem Handgemenge. Das war der Moment, in dem meine Frau zur Polizei ging und Anzeige erstattete. Kurz darauf wurde ich von der Anlaufstelle für häusliche Gewalt kontaktiert. Mir wurde ein Lernprogramm für Männer angeboten, die in ihrer Partnerschaft Gewalt ausgeübt haben – körperlich oder psychisch. Die Teilnahme war freiwillig. Für mich war schnell klar: Ich möchte dieses Angebot annehmen. Ich wollte nicht mehr der Mensch sein, der ich in diesen Situationen gewesen war. Mein Ziel war ursprünglich, meine Ehe zu retten und mein Verhalten gegenüber meiner Frau zu verändern.
Das Programm dauerte 10 Wochen und fand jeweils am Montagabend statt. Zu Beginn war mir die Teilnahme sehr unangenehm. In meinem Kopf hatte ich das Bild von „richtigen Straftätern“, von Männern, die ihre Frauen brutal schlagen. Es fiel mir schwer zu akzeptieren, dass ich nun in dieser Runde sitze. Es brauchte viel Überwindung, offen auszusprechen, warum ich dort bin, und mir selbst einzugestehen, dass ich gegenüber meiner Partnerin falsch gehandelt habe.

Jede Sprechstunde begann mit einer Einstiegsrunde. Danach wurde jeweils ein Thema vertieft, zum Beispiel:
• Was bedeutet Männlichkeit für mich?
• Wie stelle ich mir eine Beziehung vor?
• Welche Rollenbilder von Mann und Frau trage ich in mir?
• Wie reagiere ich in Konfliktsituationen – und warum?

Wir sprachen über Persönlichkeit, über Lösungsstrategien in Konflikten und über Grenzen – meine eigenen und die meines Gegenübers. Ein zentraler Punkt war, zu lernen, wie ich in angespannten Situationen bei mir bleiben kann, ohne auszurasten, ohne abwertend zu werden und ohne mein Gegenüber zu kontrollieren oder zu bedrohen. Am Anfang war es ungewohnt, so offen zu sprechen. Doch ich habe schnell gemerkt, dass mir genau das hilft. Es tat gut zu hören, dass andere Männer ähnliche Schwierigkeiten haben: Sie wollten ihre Partnerin nicht verletzen, wussten aber nicht, wie sie in hitzigen Momenten anders reagieren können. Zu merken, dass ich mit diesen Themen nicht allein bin, war ein wichtiger Schritt.
Mitten im Programm haben sich meine Frau und ich getrennt. Das war ein sehr schmerzhafter Moment, denn ich hatte insgeheim gehofft, dass dieses Programm unsere Beziehung retten könnte. An diesem Punkt hätte ich abbrechen können – der ursprüngliche „Grund“ für meine Teilnahme war ja weggefallen. In einer der Gruppensitzungen habe ich dann gesagt: „Wir haben uns getrennt.“ Gleichzeitig wurde mir klar: Ich will weitermachen – aber jetzt für mich. Es ging nicht mehr darum, die Beziehung zu retten oder etwas gutzumachen, sondern darum, Verantwortung für mein Verhalten zu übernehmen. Ich wollte lernen, mich selbst besser zu verstehen, mich zu regulieren und klarer, respektvoller zu kommunizieren – unabhängig davon, ob ich in einer Beziehung bin oder nicht. Rückblickend hat mir das Programm sehr viel gebracht. Meine Ehe konnte nicht gerettet werden, und das tut nach wie vor weh. Trotzdem sehe ich heute, dass diese Krise ein Wendepunkt in meiner persönlichen Entwicklung war. Ich verstehe besser, welche Gedankenmuster und Verletzungen hinter meinem Verhalten stecken. Ich kenne Strategien, wie ich in Konflikten anders reagieren kann. Und ich bin sensibler geworden für die Grenzen anderer Menschen – und für meine eigenen.
Ich schreibe diesen Erfahrungsbericht, weil ich zeigen möchte, dass Hilfe anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern von Verantwortung. Häusliche Gewalt hat immer Folgen – für die Betroffenen, aber auch für einen selbst. Das Lernprogramm hat meine Probleme nicht „einfach gelöst“, aber es hat mir einen Weg gezeigt, wie ich nicht mehr Täter sein muss, sondern aktiver Gestalter meines Verhaltens und meines weiteren Lebens.


Dezember, 2025

Schöne Rückmeldung einer Klientin


Über 20 Jahre war ich in einer Beziehung, die sich langsam, aber spürbar veränderte. Ich passte mich immer mehr an, zweifelte an mir, verlor mein Selbstbewusstsein – und schämte mich dafür. Rückblickend erkenne ich: Es war psychische Gewalt.
Ich blieb – vor allem der Kinder wegen. Doch es ging mir immer schlechter, bis mein Körper nicht mehr konnte. Erst auf Drängen meiner Freundinnen wandte ich mich an die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt Aargau.
Dort wurde ich von Anfang an ernst genommen. Meine Beraterin war präsent, klar und unterstützend – nie drängend.
Sie hat mir Mut gemacht und mich Schritt für Schritt begleitet. So konnte ich beginnen, meine Situation zu verstehen und wieder zu mir selbst zu finden.
Heute weiss ich: Ich darf ein Leben führen, in dem ich mich sicher fühle. Ich darf glücklich sein.
Ich habe mich getrennt – für mich und für meine Kinder. Weil ich ihnen zeigen möchte: Du darfst gehen, wenn es dir nicht gut geht. Ohne die Hilfe der Anlaufstelle und meiner Beraterin wäre das nicht möglich gewesen.
Ich spüre meine Kraft und meine Lebensfreude wieder, ich habe mein Leben zurück. Ich möchte andere in ähnlichen Situationen ermutigen: holt euch Hilfe, ihr müsst das nicht alleine tragen!

Mai 2025


Rückmeldung Impiega

Herzlichen Dank dem Team der AHG für den spannenden und informativen einstündigen Input zum Thema Häusliche Gewalt. Die Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit diesem komplexen und emotionalen Thema zu kennen, wird uns mehr Sicherheit geben, wenn das Bauchgefühl wieder einmal Alarm schlägt.

Februar 2025



Informationsveranstaltung Schulpsychologischer Dienst Baden

Die Infoveranstaltung war äusserst gelungen. Wir haben innerhalb von kurzer Zeit einen Überblick über die Angebote der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt erhalten und erfahren, welche Unterstützungsmöglichkeiten es sowohl für «von Gewalt Betroffene», als auch für «Gewalt Ausübende» gibt. Wir fanden die Erfahrungsberichte zu der Wirksamkeit verschiedener Methoden sehr spannend. Vielen Dank an die beiden Frauen für den super Austausch!
 
Die Informationen waren klar, strukturiert, wahnsinnig spannend und informativ. Claudia Wyss ist sehr gut auf unsere Fragen eingegangen und konnte kompetent Auskunft geben. Wir werden in Zukunft beim Thema häusliche Gewalt an die Angebote der Anlaufstelle Häusliche Gewalt denken.

Januar, 2024

 

Informationsveranstaltung an der TDS Aarau mit Rosmarie Hubschmied, Stellenleiterin Frauenhaus AG/SO und Claudia Wyss, Stellenleiterin AHG

Im Januar hielt die AHG in Zusammenarbeit mit Rosmarie Hubschmid vom Frauenhaus AG/SO an der TDS Aarau ein Referat über häusliche Gewalt.
 
Die Definition von häuslicher Gewalt wurde erläutert, aktuelle Statistiken wurden präsentiert und der Auftrag der AHG sowie die Ziele in der Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen wurden erörtert.  Das Feedback der interessierten Teilnehmer war sehr positiv und sie äusserten Neugier auf weitere Informationen. 
 
Januar, 2024



Schulungstag für das Emergency Schulungzentrum AG in Zofingen


Am 18.01.2024 führte die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) erneut einen ganztägigen Schulungstag für das Emergency Schulungszentrum AG in Zofingen durch. Die Schulung sensibilisierte angehende Fachpersonen für die Früherkennung und Prävention von häuslicher Gewalt.
 
Die Definition von häuslicher Gewalt wurde von der AHG erläutert und anhand von Beispielen erklärt. Fachleute im medizinischen Arbeitsbereich spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung von häuslicher Gewalt. 
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Eindrücke von Rosmarie Hubschmid sammeln, der Stellenleiterin des Frauenhauses AG/SO.
 
Außerdem wurden sie über rechtliche Grundlagen, Opferschutz und strafrechtliche Verfolgung von Gewalttätern informiert.
 
Die Teilnehmer schätzten die Erklärungen der Fachleute sowie den Raum für Diskussionen. Die Möglichkeit, Fälle aus dem Alltag mit offenen Fragen direkt zu besprechen, wurde besonders positiv bewertet.
Am 18.01.2024 führte die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) erneut einen ganztägigen Schulungstag für das Emergency Schulungszentrum AG in Zofingen durch. Die Schulung sensibilisierte angehende Fachpersonen für die Früherkennung und Prävention von häuslicher Gewalt.
 
Die Definition von häuslicher Gewalt wurde von der AHG erläutert und anhand von Beispielen erklärt. Fachleute im medizinischen Arbeitsbereich spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung von häuslicher Gewalt. 
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Eindrücke von Rosmarie Hubschmid sammeln, der Stellenleiterin des Frauenhauses AG/SO.
 
Außerdem wurden sie über rechtliche Grundlagen, Opferschutz und strafrechtliche Verfolgung von Gewalttätern informiert.
 
Die Teilnehmer schätzten die Erklärungen der Fachleute sowie den Raum für Diskussionen. Die Möglichkeit, Fälle aus dem Alltag mit offenen Fragen direkt zu besprechen, wurde besonders positiv bewertet.
Am 18.01.2024 führte die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) erneut einen ganztägigen Schulungstag für das Emergency Schulungszentrum AG in Zofingen durch. Die Schulung sensibilisierte angehende Fachpersonen für die Früherkennung und Prävention von häuslicher Gewalt.
 
Die Definition von häuslicher Gewalt wurde von der AHG erläutert und anhand von Beispielen erklärt. Fachleute im medizinischen Arbeitsbereich spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung von häuslicher Gewalt. 
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Eindrücke von Rosmarie Hubschmid sammeln, der Stellenleiterin des Frauenhauses AG/SO.
 
Außerdem wurden sie über rechtliche Grundlagen, Opferschutz und strafrechtliche Verfolgung von Gewalttätern informiert.
 
Die Teilnehmer schätzten die Erklärungen der Fachleute sowie den Raum für Diskussionen. Die Möglichkeit, Fälle aus dem Alltag mit offenen Fragen direkt zu besprechen, wurde besonders positiv bewertet.
Am 18.01.2024 führte die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) erneut einen ganztägigen Schulungstag für das Emergency Schulungszentrum AG in Zofingen durch. Die Schulung sensibilisierte angehende Fachpersonen für die Früherkennung und Prävention von häuslicher Gewalt.
 
Die Definition von häuslicher Gewalt wurde von der AHG erläutert und anhand von Beispielen erklärt. Fachleute im medizinischen Arbeitsbereich spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung von häuslicher Gewalt. 
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Eindrücke von Rosmarie Hubschmid sammeln, der Stellenleiterin des Frauenhauses AG/SO.
 
Außerdem wurden sie über rechtliche Grundlagen, Opferschutz und strafrechtliche Verfolgung von Gewalttätern informiert.
 
Die Teilnehmer schätzten die Erklärungen der Fachleute sowie den Raum für Diskussionen. Die Möglichkeit, Fälle aus dem Alltag mit offenen Fragen direkt zu besprechen, wurde besonders positiv bewertet.

Januar, 2024

Rückmeldung einer Klientin nach einer Beratung bei der AHG

Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Ihr kommunikatives Geschick eine optimale Balance zwischen Klarheit, Sachlichkeit, Empathie und Befähigung zu finden, hat mich tief beeindruckt.

Oktober, 2023


Vorstellung Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) in Windisch

Am 25. Oktober 2024 präsentierten sich die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) sowie das Frauenhaus Aargau-Solothurn beim Sozialdienst der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) in Windisch. Die Sozialarbeitenden erhielten dabei einen spannenden und eindrücklichen Einblick in die Arbeit der AHG. Die Leiterin, Claudia Wyss, zeigte nebst den Strukturen der AHG die grundlegenden Fakten und Zahlen bzgl. häuslicher Gewalt, des Opferschutzes sowie der Angebote für gewaltausübende Personen auf. Dabei stellte sie insbesondere das im Jahr 2023 neu gestartete Lernprogramm für gewaltausübende Personen vor. Im anschliessenden Austausch wurde über die Schnittstellen und die Zusammenarbeit zwischen der AHG und dem Sozialdienst diskutiert. Die AHG ist für den Sozialdienst der PDAG eine wichtige und unterstützende Beratungsstelle, um im Thema häusliche Gewalt professionelle Sozialarbeit leisten zu können. Vielen herzlichen Dank für das Engagement.

Oktober, 2023


Die Vermittlungsstelle der Wegbegleitung der Reformierten Kirche Windisch lud am 20. April 2023 zum Vortrag mit der Frauenberaterin Irene Berends von der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt AHG-Aargau ein

Am Tag, als sein Goldfischglas zu Bruch geht, hat Boj genug: von seinem Vater, der manchmal so wütend wird, dass er die Mutter schlägt, und von der Mutter, die immer eine Entschuldigung dafür hat. Eines Tages hält Boj es nicht mehr zu Hause aus – und entdeckt, dass es draussen viele gibt, die ihm helfen wollen und manche, die es können.
Mit diesem einfühlsamen Kurzfilm «Wutmann» von Sinna Mann zum Thema Häusliche Gewalt, erzählt aus der Perspektive eines 6-Jährigen, begann am 20. April 2023 der Informations- und Austauschanlass für die Freiwilligen der Wegbegleitung aus der Region Windisch und Baden www.wegbegleitung-ag-ch. Die Vermittlungsstelle der Wegbegleitung der Reformierten Kirche Windisch lud zum Vortrag mit der Frauenberaterin Irene Berends von der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt AHG-Aargau www.ahg-ag.chein.
Die Teilnehmenden erhielten an dem Abend einen Einblick in die Arbeitsweise der Fachstelle und hatten Gelegenheit sich über das Thema auszutauschen und der Referentin Fragen zu stellen. Wesentliche Ziele der Fachstelle sind die Sensibilisierung, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit.
In der Gesellschaft ist häusliche Gewalt immer noch ein Tabuthema und leider mit viel Scham behaftet. Es geht durch alle sozialen Schichten und existiert in allen Altersgruppen, Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Die Beratungsstelle in Aarau arbeitet mit weiteren Fachstellen eng zusammen und bietet neben der Opferberatung, auch Täterberatung und das Lernprogramm an.
Zur Auflockerung wurde der Infoanlass mit einem kleinen Apéro abgerundet und bot die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Herzlichen Dank an Irene Berends von der Fachstelle AHG.

April, 2023



Feedback über die Weiterbilung für die Schulsozialarbeit Zofingen 


Unser Team der Schulsozialarbeit Zofingen durfte einen sehr informativen und interaktiven Morgen mit drei Berater und Beraterinnen von der Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt verbringen. Der Input fand in einem der von uns betreuten Schulhäuser statt, was für uns organisatorisch sehr praktisch war. Die drei erfahrenen Fachpersonen passten ihr Programm unserem Arbeitskontext an, was für den Informationstransfer in unseren Arbeitsalltag ideal war.
Neben der Vermittlung vieler wichtiger Informationen fand eine Vernetzung statt, die für die Professionalisierung unserer Arbeit sehr wertvoll ist. So bot uns das Team der AHG an, uns jederzeit telefonisch zu entsprechenden Fällen zu beraten oder als Unterstützung vor Ort an Gesprächen teilzunehmen.
Ein auf allen Ebenen zu empfehlendes Angebot.
Team Schulsozialarbeit Zofingen

November, 2022



Dieser Bericht hat bei mir viele Erinnerungen ausgelöst.
14.04.2022 - 09:44

Hat mich sehr berührt 
14.04.2022 - 09:55



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